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Fabrikat nO. 4 Die Zinssoldatballade


Der Wind der weht gar kalt, auf den breiten Wegen,

Geschäftigkeit ganz ohne Halt - schnell sein heißt bewegen.

Doch ich bin heute hier, als freier Gast zugegen.

auf diesen Weg allein, in Kälte und im Regen.


Da auf den breiten Wegen, sah man allerhand,

Hocheifer und Abgründe, Ehr und auch viel Schand´.

So saß auch dort ein Mann, am finsteren Straßenrand,

verlumpt, verbraucht, verlassen – wie ich so befand.


Er starrte auf ein Loch, trug kein Schild vor sich,

erklärte nichts den Menschen und er klagte nicht.

„Wer bist du hier am Rande, so arm so fürchterlich,

was hast du falsch getan im Leben !, ja das fragte ich.


Kurze Pause – dann sah er hoch: „Genehm Herr Kamerad,

bin Veteran und früher, da war ich Zinssoldat!

Gerühmt und auch gefeiert, erfolgreich in der Tat!

Ein Held war ich und ja ich ging, des Sieges schmalen Grat.


In wunderschönen Tempeln, da war meine Kaserne,

große schöne Bauten, die man schon sah von ferne.

Die Macht und deren Brüder, das waren meine Sterne,

und im Rausch des Kampfes, griff ich danach gerne.


Als Rekrut und kleiner Mann, hatte ich keine Scheu,

vom Unrecht dieser Welt – und war dem Mammon treu.

Und so kaufte und verkaufte ich, Menschen immer neu,

auch wenn sie weinten bitterlich – ich spürte keine Reu´.


Ja manch´ Zivilisten, mussten daran glauben,

und in stiller Nacht, hört man sie noch schnauben.

Bösartig die Verzweifelten, mir Nächtens den Schlaf rauben,

doch wollte ich mir früher, dass schwach sein nicht erlauben.


Ja so stieg ich hoch hinauf, gegen all` Moral,

und die Opfer meiner Taten, mehrten sich an der Zahl.

Geld und gute Worte, waren mein Arsenal,

und Lügen anstatt Muskete, die Waffe meiner Wahl.


Verwüstet lies ich blutrünstig, zurück so manch´ Schlachtfeld,

und lies mich überall feiern, als der größte Held.

Die Feiern voll mit Prunk und Pomp, egal um wieviel Geld,

entrissen vielen Menschen, denen es jetzt Fehlt.


Doch im Krieg sind Regeln anders, niemand hat gemahnt,

kein Gericht mich gar verurteilt, war alles so geplant.

Jedes Rädchen das ich war, genauestens verzahnt,

keine Seel von Menschenwürde, hatte mich verwarnt.


Ja im Krieg, da sind die Regeln anders, so habe ich verloren,

so wurde ich von Gleichgesinnten, als invalide auserkoren.

In dem größten hitzig´ Kampf, wo alles schwer verworren,

in einer bösen dunklen Nacht – gegen mich verschworen.


Der Krieg, mein Freund, der Veranstaltung hier findet,

kennt nur noch Verlier, so sehr man sich auch windet.

So sehr man auch die Träume träumt, und sich an diese bindet,

der Gewinn als Illusion, sehr bald im Nichts verschwindet.


Das Nichts ist nun mein guter Freund, ich kann damit gut.

Für Reue und auch Gutmachung, fehlt mir jetzt der Mut.

Die Vergehen meiner Lasten, jetzt schwer auf mir ruht,

und in den Luxusbauten, da lacht die Heuchlerbrut.


Und wenn du glaubst mein Lieber, an ein Kampfes Ende,

dass die Gier erlischt und es sich dreht zu Wende.

Dann sehe um dich gut herum, und um die Missstände,

und wasche dir im eignen Sinn, selbst die blutig´ Hände.


So kannst du wie ein Zinssoldat, gekleidet schön und fein,

am Wege hier schön schlendern, und im Gewissen rein.

Doch merke als Soldat im Kriege, ist man nie allein,

und am Ende ist man Deserteur, oder das größte Schwein.“


Words by Pramsti

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