1549
 

Fabrikat No. 2 Reihe: Operetten aus dem szkg




Wer sich dieses Jahr nach Mörbisch zu den Festspielen begibt, kann dort das Werk „Gräfin Mariza“ von Emmerich Kálmán sehen. Wie in (fast) jeder Operette geht es um ? … Na Klar !, Liebe! Die Liebe zu den Frauen im „schönen Wien“ besingt der verarmte Graf Tassilo als "Verwalter" gleich im 1. Akt. Soweit so gut ...


Wir nehmen den Text dieser wunderschönen Arie und produzieren aus dem Grafen in der etwas verrückten Reihe: „Operetten aus dem Salzkammergut“ einen steirischen Salzverwalter, der in Polen nun seine Heimat besingt. Ich denke dass Bild stimmt. Auch ohne Bühne. Viel Spaß beim Lesen.


PS: Der Epilog ist der "richtige" Text aus der Oper zum Vergleich - für dieses Libretto war in der Urfassung Julius Brammer und Alfred Grünwald verantwortlich.


Prolog:

Es ist Abend … die letzten Strahlen der untergehenden Sonne berühren sanft die Bauten des Salzbergwerkes Wieliczka ober Tage. Überall ist Stille. Alles scheint voll Ruhe zu sein. In den Zimmern des Salzverweser´s Matthias K. Mayerl jedoch brennt noch ein schwaches Licht …

Am offenen Fenster hat sich Mayerl ein Mahl bereitet. Hinzu offeriert er sich selber ein kühles steirisches Bier, dass er sich in den tiefen des Bergwerkes in Südpolen einlagern lies. Der Geschmack der Heimat nach dem ersten Schluck lässt ihn in die Melancholie entgleiten …


Der Mond steht nun hoch oben am Himmel. In weiter ferne meint der Salzverweser eine steirische Zuk zu hören … er beginnt zu singen ...


"Wenn der Abend kimmt, ja de Sun´ intageht,

wann der e´dl Ma iwan Berig do steht,

sitz i oft ganz koam, bo an Bier – mit an Foam,

denk wia haftig sche was, bei eng jetzt do sein.


Wann der e´dl Mann, ho am Himmel leicht,

grinst me ubasch a, sog I „Prost“ mei Gspan,

liabla Mond, hoit de staht und los o,

hear ma zua, i gibt da wos zum doa:


Griaß ma de husign, de wunaboan Dirndln,

in Altaussee.

Griaß ma de Augn, de wos ma so taugn,

in Altaussee.

Griaß ma den See, und griaß ma den Steyrer,

in Altaussee.


Griaß ma di hoamlign Platzln, wo Paardln,

in Abend ganz giardla, ja hoam zua ziagn.

Griaß ma mei singats, klingats Tal intan Loser,

mei Altaussee, jo Altaussee, mei Altaussee …


Wann der Abendwind, in de Bama singt,

von a schenen Zeit, vo enta, so a freid,

wenn I im tram vor mir, i goa dHoamat seh,

wia i ochtla und mei Gmiat - duat ma goa so weh.


Wann du do bist, und glei wieda hoam zua foast,

wos so wunasche duat, do im Kammerguat.

Wo de Trissl Wendt iwan See ho entspringt,

und de schenstn Ludla ma singt:


Griaß ma de husign, de wunaboan Dirndln,

in Altaussee.

Griaß ma de Augn, de wos ma so taugn,

in Altaussee.

Griaß ma den See, und griaß ma den Steyrer,

in Altaussee.


Griaß ma di hoamlign Platzln, wo Paardln,

in Abend ganz giardla, ja hoam zua ziagn.

Griaß ma mei singats, klingats Tal intan Loser,

mei Altaussee, jo Altaussee, mei Altaussee …"


Text by: Pramsti


Epilog:

Wenn es Abend wird, wenn die Sonne sinkt, wenn der Geige Lied von der Puszta klingt, sitz ich oft allein hier bei dem Glaserl Wein, denk, wie schön wär's, bei euch jetzt zu sein.

Wenn der alte Mond dort am Himmel thront, mild herunter scheint, sag' ich, 'Prost mein Freund', lieber Mond, unterbrich deinen Lauf, hör' mir zu, denn ich trag' dir was auf:


Grüss mir die süssen, die reizenden Frauen im schönen Wien. Grüss mir die Augen, die lachenden blauen im schönen Wien. Grüss mir die Donau und grüss mir den Walzer im schönen Wien.

Grüss mir die heimlichen Gässchen, wo Pärchen des Abends heimwärts zieh'n. Grüss mir mein singendes, klingendes Märchen, mein Wien, mein Wien, mein Wien.


Wenn der Abendwind in den Bäumen singt von der schönen Zeitder Vergangenheit, wenn im Geist vor mir ich die Heimat seh', wird ums Herz mir so wohl und so weh.

Wenn du wiederkehrst, wenn du heimwärts fährst ind das liebe Land dort am Donaustrand, wo ein Kranz grüner Berge dir winkt, wo die lieblichsten Lieder man singt:

Grüss mir die süssen, die reizenden Frauen

im schönen Wien.

Grüss mir die Augen, die lachenden blauen

im schönen Wien.

Grüss mir die Donau und grüss mir den Walzer

im schönen Wien.

Grüss mir die heimlichen Gässchen, wo Pärchen

des Abends heimwärts zieh'n.

Grüss mir mein singendes, klingendes Märchen,

mein Wien, mein Wien, mein Wien.



EPILOG: Urfassung "Gräfin Mariza" Libretto bei Grünwald/Brammer


52 Ansichten

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen